Die giftigste Pflanze Tirols

Sie heißt „Blauer Eisenhut“ (lat. Aconitum napellus), weil ihre Blüten an einen Eisenhelm erinnern. Und sie lockt in diesen Tagen nicht nur Insekt, sondern auch unseren Blick mit der mystisch violetten Farbe an. Ihre Blätter haben eine typische Form von Hahnenfußgewächsen.

Obwohl der Blaue Eisenhut eine traditionelle Arzneipflanze ist, wird sie gar nicht gesammelt. Alle ihre Teile sind stark giftig. Der lateinische Name dieser Pflanze wird von dem Giftstoff Aconitin abgeleitet. Um eine fatale Nachwirkung zu sorgen, reicht es nur 4 mg davon, was ungefähr 2 g der Wurzel entspricht.

Früher wurde dieser Pflanze tatsächlich als beliebter Gift verwendet. Wenn sie in geringer Menge genommen wurde, diente sie den Jägern und Fischern in der Nacht besser zu sehen, denn sie Augenpupille verbreitete. Diesen Effekt nutzten auch Damen vor ihrem Photographieren aus. Sie meinten, dass sie mit großen Augen schöner aussehen.

Heutzutage wird der Blaue Eisenhut gelegentlich als eine Zierpflanze verwendet. Selten wird er als ein therapeutisches Mittel eingesetzt. Meistens in der Homöopathie, aber nur in verdünnten Zubereitungen gegen Nervenschmerz. In der traditionellen chinesischen Medizin werden Zubereitungen aus verschiedenen Eisenhut-Arten zur verschiedenen Behandlung.

Diese Pflanze gehört ohne Zweifeln zu den schönsten Hahnenfußgewächsen. Falls es Sie einfällt sie mit nach Hause in die Vase zu nehmen, waschen Sie lieber gleich Ihre Hände ab. Der Alkaloid Aconitin mit der Jause gegessen könnte zu Erbrechen, Schwindel, Muskelkrämpfe, Hypothermie, Bradykardie, Herzrhythmusstörungen und zentrale Atemlähmung führen.

 

Hier ist meine Grenze – Ysop

Hyssopus officinalis (lat.) gelangte nach Europa aus dem Mittelmeerraum. Er mag sonnige, warme und trockene Standorte, aber als Kraut ist relativ anspruchslos und wird heutzutage häufig in Gärtchen als ein Heckenzaun ausgesetzt. Seinen intensiven, an Kampfer erinnernden, würzig riechenden und bitterlich schmeckenden Duft mögen viele Schädlinge nicht.

Die Pflanze, die auch als Bienenkraut oder Eisenkraut bezeichnet wird, erlebt in den letzten Jahren eine Renaissance als Würz- und Heilkraut. Sie wurde schon in Frühmittelalter als eine wertvolle Heilpflanze bekannt, in der Küche war sie als ein vorzügiges Gewürz für Gemüse oder Fleisch sehr beliebt.

Ysop gehört zu den gesündesten Kräutern überhaupt. Er gilt als wirksam bei vielerlei Beschwerden und soll zum Beispiel appetitanregend, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend und blutreinigend wirken. Besonders gut ist gegen Erkältungsbeschwerden, vor allem gegen Husten. Wo uns schon kein anderes Mittel gegen Atemwege-Entzündung hilft, der Ysop macht es.

Er ist als Tee, Sirup oder Wein zu verwenden. Äußerlich wird er für seine Desinfektion- und antibiotische Eigenschaften bei Hautentzündungsbeschwerden – so wie z.B. Akne, oder bei Halsentzündung zum Gurgeln benutzt. Innerlich trinkt man 1-2 Eßlöffel des Sirups oder 100 ml Weins am Tag zur Verstärkung des ganzen Organismus und Immunsystems.

In der Aromatherapie wird er zu einer geistlichen Reinigung eingesetzt. Das ätherische Ysop Öl ist klärend, konzentrationsfördernd, reinigend und erfrischend. Er „öffnet“ unser Brustkorb und verstärkt die physische, so wie auch die psychische Yang Energie der Lungen.

Er schützt vor äußerer Beeinflussung und damit verstärkt unsere Grenze. Das Ysop Öl ist hilfreich bei Personen, die den verschiedenen Launen und Emotionen der anderen unterstehen und unter der äußerlichen Spannung leiden.

Aber auch der Ysop hat seine Grenze! Er soll nicht während der Schwangerschaft oder bei Bluthochdruck verwendet. Vor

Kindern lieber freihalten! Das ätherische Ysopöl so wie auch das Kraut kann in hohen Dosierungen toxisch wirken.

Die winzige Schafgarbe aus Engadin

Moschus-Schafgarbe Achillea erba-rotta subsp. Moschata ist eine 5-20 cm höhe Pflanze und kommt im Zentralalpen von Mont Blanc bis Niedere Tauren vor, bis 3400 m. Im Tal Engadin, was eines der höchstgelegenen bewohnten Täler Europas ist, wird sie auch am häufigsten genutzt.

Sie gehört zur Gattung der Schafgarben in der Familie Korbblütler. Zum Unterschied mit Gewöhnlicher Schafgarbe beweisen das ihre großen Blüten ganz deutlich. Sie duftet auch noch aromatischer und das Dank des aromatischen Iva-Öl.

Sie wird in der Volksmedizin verwendet, denn sie enthält heilsame Bitterstoffe wie Ivain, Moschatin, Achillein, Harzsäure und das stark aromatische, pfefferminzähnliche Iva-Öl.

Aus der Pflanze kann man den „Ivabitter“ herstellen:
Die Blüten werden drei bis vier Wochen in Grappa eingelegt, der dann mit etwa Zucker und Anis verfeinert wird.

Oder ich lasse sie auch trocknen. Diese wertvolle Schafgarbe, die ich in 2700 m sammelte, verwende ich gerne in der Winterzeit zum Aufwärmen der Füße.