In Galtür blüht das Gold

In Galtür blüht das Gold

In meinem Heimatland wird das Johanniskraut als Sonnenwendekraut bezeichnet. In Galtür steht Arnica montana als das Symbol der Blütezeit des Sommers für mich. Man findet sie hier ja viel mehr als Johanniskraut.

Bergarnika
Johanneskraut

Arnica montana sieht wie eine golden strahlende Sonne aus. Ihren süßlich würzigen Duft mit der leicht zitrusartigen Kopfnote finde ich als den besten, den die Natur anbietet. Und ihre arzneiliche Wirkung würde ich für ihren sofortigen Effekt mit Gold aufwiegen.

Arnika hilft bei Blutergüssen, Prellungen, Quetschungen und weiteren Unfallfolgen. Sie wirkt entzündungshemmend, z.B. nach Insektenstichen. Wenn sie sofort verwendet wird, wirkt sie auch sofort gegen Schmerzen. Es zahlt sich aus, sie zu Hause haben.

Es wird als Arnikaöl oder Tinktur verwendet, als Grundlage für Salben und Massageöle. Es ist sehr beliebt bei Sportlern und älteren Menschen. Es wirkt durchblutungsfördernd und erwärmend, darf aber nicht auf offene Wunden gelangen. In der Schwangerschaft würde ich sie vermeiden.

So wird das Arnikamazerat gemacht

Berg-Arnika steht unter Naturschutz und als solche darf sie nicht gesammelt werden. Sie wächst nämlich immer seltener und gar nicht überall. Galtür ist eine schöne Ausnahme, weil der Ort die richtigen Bedingungen hat: lichte Bergwiesen und kalkmeidende, magerer, durchlässiger Boden, und dazu noch die richtige hohe Lage.

In Galtür gehe ich sie sammeln, weil hier es sie Ausgiebigkeit gibt.

Sammle, aber mit Respekt

Arnika wird mit Gedanken an die nächste Generation „gepflückt“.

– nie die ganzen Blütenstände, damit sie sich weiter vermehren kann
– immer nur ein Paar Blütenblättchen auszupfen, damit die Biene die Blume noch sehen kann
– keine große Menge sondern nur so viel, wie viel man wirklich verbrauchen kann
– nicht die, was am Weg wachsen, damit sich auch der Wanderer ergötzen kann

Verzichte auf das Handy oder iPod beim Sammeln. Genieß die Wiese und ihr Leben und Du kommst nach Hause nicht nur mit der Arnika. Die Wiese schenkt Dir viel mehr als nur das, wofür du kamst.

 

Warum duften die Pflanzen?

Die Pflanzen duften nicht um sonst. Durch unsere Nase können wir sie riechen und es macht uns bestimmt Freude. Aber die Pflanzen brauchen ihren Duft auch für sich selbst um zu überleben.

Neben den optischen Reizen wie auffälligen Blüten ist es auch der Blütenduft, der Bestäuber – wie etwa Insekten – anlockt. Diese Tiere verwerten den Nektar bzw. die Polen zur nächsten Blüte und bestäuben sie. Damit können sich Früchte und samen ausbilden und der Fortbestand der Pflanzenarten ist gesichert.

Anders als bei den Blüten werden die ätherischen Öle in Blättern und Stängeln nur bei Berührung, bei starker Sonneneinstrahlung, aber auch durch Wind und Regen freigesetzt.

Aromatische Pflanze wie Thymian, Rosmarin und Co. Schützen sich durch einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen vor Fraßfeinden, Schädlingen oder gegen Krankheiten, die beispielweise durch Bakterien oder Pilze hervorrufen werden. Zudem kann die Verdunstung dieser Öle an der Blattoberfläche eine kühlende Funktion haben und so in niederschlagsarmen und heißen Monaten vor Austrocknung schützen.

Letztes ist der Grund, warum im Mittelmeerraum über bestimmten Gebieten an warmen Tagen ein charakteristischer würziger Duft liegt.

Die giftigste Pflanze Tirols

Sie heißt „Blauer Eisenhut“ (lat. Aconitum napellus), weil ihre Blüten an einen Eisenhelm erinnern. Und sie lockt in diesen Tagen nicht nur Insekt, sondern auch unseren Blick mit der mystisch violetten Farbe an. Ihre Blätter haben eine typische Form von Hahnenfußgewächsen.

Obwohl der Blaue Eisenhut eine traditionelle Arzneipflanze ist, wird sie gar nicht gesammelt. Alle ihre Teile sind stark giftig. Der lateinische Name dieser Pflanze wird von dem Giftstoff Aconitin abgeleitet. Um eine fatale Nachwirkung zu sorgen, reicht es nur 4 mg davon, was ungefähr 2 g der Wurzel entspricht.

Früher wurde dieser Pflanze tatsächlich als beliebter Gift verwendet. Wenn sie in geringer Menge genommen wurde, diente sie den Jägern und Fischern in der Nacht besser zu sehen, denn sie Augenpupille verbreitete. Diesen Effekt nutzten auch Damen vor ihrem Photographieren aus. Sie meinten, dass sie mit großen Augen schöner aussehen.

Heutzutage wird der Blaue Eisenhut gelegentlich als eine Zierpflanze verwendet. Selten wird er als ein therapeutisches Mittel eingesetzt. Meistens in der Homöopathie, aber nur in verdünnten Zubereitungen gegen Nervenschmerz. In der traditionellen chinesischen Medizin werden Zubereitungen aus verschiedenen Eisenhut-Arten zur verschiedenen Behandlung.

Diese Pflanze gehört ohne Zweifeln zu den schönsten Hahnenfußgewächsen. Falls es Sie einfällt sie mit nach Hause in die Vase zu nehmen, waschen Sie lieber gleich Ihre Hände ab. Der Alkaloid Aconitin mit der Jause gegessen könnte zu Erbrechen, Schwindel, Muskelkrämpfe, Hypothermie, Bradykardie, Herzrhythmusstörungen und zentrale Atemlähmung führen.