Die ätherischen Öle spielen eine zentrale Rolle bei der Aromatherapie. Ihre Eigenschaften werden mit dem griechischen Wort „Äther“ oder „Aether“ ausgedrückt. Es verweist auf etwas Ungreifbares, zum Himmel steigendes – wie der Duft.

Ich arbeite mit über 90 verschiedenen ätherischen Ölen von verschiedenen, hochwertigen Handelsmarken. Das Wichtigste für mich ist dabei, dass es sich immer um natürliche und möglichlichst zertifizierte Produkte handelt.

Was sind ätherische Öle?

Ätherische Öle sind die sekundären Inhaltstoffe einer Pflanze, die sie zu ihrem Schutz vor oder zur Verlockung von Insekten braucht.

Bei Menschen haben sie in erster Linie eine Wirkung auf unsere Nase und die Schleimhaut. Sie bewirken den wohlriechenden Duft der Pflanze und bestimmen auch seine Intensität. Separiert aus der Pflanze werden die Öle in der Aromatherapie sowie in der Parfüm- und Lebensmittelindustrie verwendet.

Fachlich gesehen handelt es sich um eine Gruppe organisch-chemischer Substanzen, also kleine und große Moleküle von Terpenen und ihrer Derivate. Ein ätherisches Öl kann über hundert unterschiedliche Terpenen und Derivate beinhalten.

Diese chemischen Komponenten führen durch die unterschiedliche Qualität, Menge und Verhältnis zu konkreten Eigenschaften. Das Leben der Pflanze, aber auch unsere Gesundheit, wird davon beeinflusst. In unserem Körper bringen sie verschiedene Reaktionen in Gang – auf der physiologischen so wie auf der psychischen Ebene.

Wie wirken sie auf uns?

Ätherische Öle gelangen beim Hautkontakt oder beim Einatmen relativ leicht in den Blutkreislauf und das Gewebe. Beim Schlucken von Arzneien wird ein Teil der Wirkstoffe über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen, größtenteils gelangen sie aber über die Mundschleimhaut in den Blutkreislauf.

Sie beeinflussen den gesamten Organismus: Über die Sinneszellen der Nase gelangen die Duft-Informationen in das Gehirn. Nach der Aromatherapie beeinflussen die Düfte unsere Gefühle sowie das vegetative Nervensystem, die Hormonproduktion und das Immunsystem.

Einige Monoterpene beugen zudem einer Krebserkrankung vor oder besitzen eine nachgewiesene Heilwirkung.

Wie gewinnt man sie?

Sie werden durch unterschiedliche Techniken aus den verschiedenen Teilen der Pflanzen und Bäume gewonnen.

Die gewöhnlichste Methode ist eine Destillation (vor allem aus Blüten, Blättern und Stengeln) oder eine Extraktion (aus Wurzeln, Holz und Ästchen sowie auch Blüten). Die billigste Variante ist das Pressen (z.B. Zitrusöl aus der Schale) und die arbeitsaufwändigste ist das sogenannte Effleurage, das sanfte Ausmassieren oder Ausstreifen (aus besonders feinen Blüten).

Die angewandte Methode spiegelt sich natürlich in den unterschiedlichen Preisen wider.

Worauf ist beim Einkaufen zu achten?

Ein ätherisches Öl ist nicht unbedingt das Gleiche wie ein Duftöl. Beim Einkaufen sollte man immer auf die Qualität achten und nur natürliche Produkte wählen.

Die meisten ätherischen Öle sind hautreizend und werden daher nur stark verdünnt angewendet, z. B. als Bestandteil ölbasierter Hautpflegeprodukte oder in Verbindung mit Pflanzenölen. Einige ätherische Öle können zudem zu unerwünschten Reaktionen führen. Aus diesem Grund ist es immer wichtig die angeratene Dosierung einzuhalten und sich von einem Aromaexperten beraten zu lassen.